Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach - Ibragimova

5 Violinkonzerte
BWV 1041, 1042, 1052, 1055, 1056

Alina Ibragimova (Violine); Jonathan Cohen, Arcangelo
Hyperion/Note 1 CD (96/24 Download bei hyperion) Audiophil

Alina Ibragimova, die kleine, zarte Geigerin tartarischer Herkunft, ist für ihre Bach-Interpretationen und für ihre blendende Geigentechnik bekannt. Die nunmehr 30jährige Meistergeigerin, die seit 24(!) Jahren auf den Podien steht, bringt traumwandlerisch alle Vorzüge ihrer sonoren Bellosio-Violine (1775) ins Spiel, und es ist beinahe schockierend, welche Inhalte diese Virtuosin uns neu vermittelt. Natürlich liegt das an den sehr schnellen Tempi der Ecksätze, so richtig „italiänisch“, wie es etwa Biondi oder Carmignola vorgeigten. Bach im Kulturaustauschprogramm mit Vivaldi. Ungleich dem viel bekannteren Carmignola spielt Ibragimova nicht nur ebenso halsbrecherisch unterwegs, sondern meistert auch die exponiertesten Stellen (etwa in BWV 1052 [13]) atemberaubend intonationssicher. Selten zuvor strahlten Ecksätze so fröhlich und die langsamen Binnensätze so gefühlvoll und traurig, dass ich diese Aufnahme zur „Entdeckung des Herbsts“ erkläre. Eine sehr aufmerksame Klangregie (David Hinit) bettet die Geige in den sinnlichen Orchesterklang von Arcangelo ein, die ihre himmlischen Einsätze durch geschicktes Rubato, Dynamik-Nuancen und letztlich auch den Einsatz einer zusätzlichen Laute leisten. Wunderbar! Ludwig Flich

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