Robert Czesany

CEO hifi team

Wir bleiben optimistisch: Qualität setzt sich durch

In den letzten 40 Jahren ist der Bedienungskomfort immer besser geworden. Und auch der Klang? Von der Bandmaschine zur Cassette, von der LP zur CD und dann zum Streaming-Dienst, immer komfortabler, billiger und überall verfügbar. Aber der Klang, der ist meiner Meinung nach immer schlechter geworden.

Czesany

Was ist denn Klang, wie soll es klingen, wie klingen Instrumente ohne Verstärkung? Das sind Fragen, die heute oft gar nicht mehr gestellt werden. Sicherlich ist bei „gutem“ Klang nicht ein billiger Ohrstecker oder Kopfhörer gemeint, bei dem die Musiker in Miniausführung im Kopf zu orten sind. Für guten Klang bedarf es einer Lautsprecher-Anordnung, die den Raum der Aufnahme mit einbezieht und mich zum Teil dieser Aufnahme werden lässt.

Zudem herrscht Berieselung überall vor, vom WC bis zum Schlafzimmer, vom Kaffeehaus bis zum Einkaufscenter, und jede Musik ist meist oft auch nur in datenreduzierter Qualität verfügbar. Woran merkt man, dass die Qualität schlechter wird? Dass die Menschen immer weniger bewusst und aktiv Musik hören, weil sie eben keinen Spaß mehr macht.

Kann die neueste Technologie Emotionen wiedergeben? Meistens leider nicht, aber Ausnahmen gibt es! Klang wird natürlich immer subjektiv wahrgenommen und kann daher nicht so einfach gemessen werden wie etwa die Bildqualität. Das bringt Vorteile, aber auch Herausforderungen, weil Subjektivität in unserer datenverliebten Gesellschaft weniger traut als den sogenannten technischen Fakten.

Meiner Meinung stellt die Freude am Musikhören den einzig wertvollen Maßstab für eine richtige Wiedergabe dar – mit den vom Künstler vermittelten Emotionen. Immer noch am günstigsten kann ich mir diese Freude mit einfacher Analogtechnik, sprich: einem Plattenspieler, ermöglichen. Nicht zufällig kommt ja auch der weltweit größte Hersteller von Plattenspielern aus dem Musikland Österreich!

Zweifelsohne hat die CD weiterhin Ihre Berechtigung, aber es hat lange genug gedauert, bis ihr Klang ein gutes Niveau erreicht hat, und das endlich auch bei günstigen Geräten. Ähnlich siehts bei Streaming aus. Da wird sich noch viel tun, weil so manche Fehler der Entwickler noch nicht allgemein bekannt sind, und der erzielte Klang teilweise weit entfernt von musikalisch richtiger Wiedergabe bleibt. So werden hier, ohne zu sehr in die Technik abzuschweifen, durch Schaltnetzteile verursachte Probleme nicht beachtet, die sich dann nicht nur auf die Technik auswirken, sondern gerade auf den Stresspegel des Hörer.

Aber die Zeit heilt alle Wunden, und ich bin zuversichtlich, dass viele unserer Kunden weiterhin LPs und CDs auf hochwertigem Equipment hören werden. Es muss uns nur noch mehr gelingen, die jungen Menschen, die sich leider meist aus Unkenntnis mit datenreduziertem Kopfhörerklang zufriedengeben, für ein echtes Klangerlebnis zu begeistern. Es passiert in letzter Zeit schon des öfteren, dass manche Jugendliche einen Streamingdienst zum Entdecken neuer Musik nützen und dann die CD oder LP kaufen.

Streaming, und das hat noch jede Entwicklung gezeigt, wird auch immer besser werden, und die Hinwendung zu HiRes oder auch MQA sind hier schon sehr interessante und klanglich brauchbare Entwicklungen. Wir bleiben daher vorsichtig optimistisch, dass sich Qualität letztlich durchsetzen wird.

Meine aktuellen Musikentdeckungen

die auch auf Vinyl zu bekommen sind:
The famous sound of three blind mice
Agnes Obel „Late night tales“